Normwerte
Diabetes mellitus ist eine Krankheit, die sich durch überhöhte Blutzuckerwerte auszeichnet. Die gültige Definition des Diabetes wurde 1997 von der American Diabetes Association (ADA) festgelegt und richtet sich nach dem Risiko des Betroffenen, Folgeschäden zu entwickeln.
Die Diagnose kann nach diesen Richtlinien auch anhand des Nüchternblutzuckerspiegels (NBZ) aus dem Blut der Fingerbeere (kapilläres Vollblut) oder durch Blutentnahme aus dem Arm (venöses Vollblut) erfolgen:
- normaler NBZ: < 100 mg/dl (< 5,5 mmol/l)
- gestörter NBZ: 100 – 110 mg/dl (5,5 – 6,0 mmol/l)
- Diabetes mellitus bei NBZ: > 110 mg/dl (>6,0 mmol/l)
Nach dieser Definition sind Werte ab 100 mg/dl ein Alarmsignal. Der Bereich zwischen 100 und 110 mg/dl wird als gestörter Nüchternblutzucker bezeichnet und kann der Entwicklung eines Diabetes mellitus vorausgehen. Der Betroffene hat noch kein erhöhtes Risiko für das Entstehen von Folgeschäden, eine regelmäßige Kontrolle ist aber unbedingt notwendig.
Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und verstärkte körperliche Aktivität können in diesem Krankheitsstadium wirkungsvoll eingesetzt werden und helfen, den Ausbruch des Diabetes mellitus zu verzögern oder zu verhindern.
Personen, bei denen mehrmals ein NBZ > 110 mg/dl gemessen wurde, gelten als Diabetiker und haben ohne Therapie ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Spätschäden wie Herzinfarkt, Nierenversagen, Erblindung oder Fußamputation. Entsprechend diesem Risikoprofil wurde bereits 1989 von der European Type 2 Diabetes Policy Group als optimal angesehen, wenn bei der Diabetestherapie der NBZ dauerhaft zwischen 90 und 120 mg/dl liegt.
Neben dem NBZ tragen auch andere Faktoren zur Entstehung der Folgeschäden bei und müssen entsprechend behandelt werden.
So soll der Ruheblutdruck unter 135 / 85 mm Hg bleiben. Außerdem ist eine Absenkung der Blutfettwerte mit einem Gesamtcholesterin < 185 mg/dl, einem LDL – Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) < 115 mg/dl und Triglyceriden < 150 mg/dl anzustreben.
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