Adipositas behandeln

Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme sind effektive Behandlungs­maßnahmen unterschiedlicher Disziplinen unerlässlich. Neben dem Basis­programm können bei fortschreitender Adipositas medikamentöse und chirurgische Therapien eine Rolle spielen.

Die Maßnahmen sind individuell auf den Einzelnen anzupassen und mit dem Arzt zu besprechen. Um bei einem Gespräch mit dem Arzt das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Hier einige Beispiele für mögliche Fragen im Arztgespräch: 

Arzt-Patienten-Steckbrief

Basistherapie – Gewicht durch lebensstilverändernde Maßnahmen verringern


Medikamentöse Therapie – wenn eine Basistherapie allein nicht erfolgreich ist

Wenn es Menschen mit Adipositas nicht allein durch Basismaßnahmen gelingt, ausreichend Körpergewicht abzunehmen, kann eine medikamentöse Therapie als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität in Erwägung gezogen werden. Eine medikamentöse Therapie kann bei Patienten mit einem BMI ≥ 27 kg/m2 und zusätzlichen Risikofaktoren/ Begleiterkrankungen bzw. mit einem BMI ≥ 30 kg/m2 eingesetzt werden. Dabei sollten nur solche Medikamente angewendet werden, deren Wirkung und Nebenwirkungen in großen Studien geprüft wurden. Präparate, die ohne ärztliches Rezept frei verfügbar in der Apotheke erhältlich sind, genügen diesen Ansprüchen oft nicht. Momentan sind rezeptpflichtige Medikamente aus den Wirkstoffgruppen GLP-1 Rezeptor-Agonisten, Lipasehemmer, und Alpha-Sympathomimetika in Deutschland verfügbar.

Gewichtsreduktion durch Operation – wenn eine  Basistherapie nicht greift oder der BMI bereits bei 40 kg/m2 oder mehr liegt

Erreichen Menschen mit Adipositas das Therapieziel unter einer Basistherapie nicht oder liegt bereits ein BMI von ≥ 40 kg/m2 vor, kann auch ein bariatrischer Eingriff erwogen werden. Adipositaschirurgische Eingriffe sollen von erfahrenen Chirurgen und hierfür ausgewiesenen und zertifizierten Spezialkliniken durchgeführt werden. Chirurgische Maßnahmen zeigen gegenüber einer Basistherapie Vorteile hinsichtlich der langfristigen Gewichtsreduktion und eine Verbesserung von Begleit- und Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2. Jedoch ist eine bariatrische Chirurgie ein schwerwiegender Eingriff in den Körper, der Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden und ein Mortalitätsrisiko von bis zu 1 Prozent je nach Verfahren mit sich bringen kann. Nach einer bariatrischen Operation ist zudem eine lebenslange Nachsorge notwendig.