Adipositas verstehen

Nach einer Gewichtsabnahme das reduzierte Gewicht zu halten, kann eine große Herausforderung sein. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, was wir schon lange vermutet haben: Unser Körper reagiert auf eine Gewichtsabnahme, indem er versucht, das verlorene Gewicht wieder zuzunehmen. Für mindestens 12 Monate nach der Gewichtsabnahme ändern sich die Signale unseres Körpers, die den Appetit regulieren, und lösen ein verstärktes Hungergefühl aus. Das kann dazu führen, dass wir mehr essen als nötig.

Bei der Gewichtskontrolle spielen komplexe Faktoren eine Rolle

Körpereigne Mechanismen steuern die Gewichtsregulierung

Sobald Menschen abnehmen, kompensiert ihr Körper dies vielfach durch ein erhöhtes Hungergefühl und/oder einen reduzierten Energieverbrauch. Denn die Aufgabe der menschlichen Physiologie ist es, den Organismus vor Verlusten zu schützen. Registriert der Körper ein Energiedefizit, setzt eine sofortige hormonelle Gegenregulation ein.

Wissenschaftler diskutieren die sogenannte Set-Point-Theorie. Sie besagt, dass der Körper versucht, das einmal erreichte Höchstgewicht als Sollwert wieder zu erreichen. Dieses Bestreben, den Ausgangszustand zu erreichen, ist auch als Jo-Jo-Effekt bekannt. Dahinter verbirgt sich eine komplexe Energieregulation im Gehirnbereich des Hypothalamus. An der Gewichtsregulation und den gewichtsbezogenen Vorgängen wie Hunger und Sättigung sind die beiden Hormone Leptin und Ghrelin, aber auch GLP-1, beteiligt. Veränderungen der appetitregulierenden Hormone, die den Hunger und den Appetit steigern, können dabei mindestens ein Jahr nach der Gewichtsabnahme bestehen bleiben.
 


Gewicht langfristig abnehmen – Was tun?

Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme sind effektive Behandlungsmaßnahmen unerlässlich. Jeder, der abnehmen und das reduzierte Gewicht langfristig halten möchte, sollte das Vorhaben sowie alle zur Verfügung stehenden Optionen mit dem Arzt besprechen, um den für ihn am besten geeigneten Behandlungsplan zu finden.