Diabetische Folgeerkrankungen

Langfristig kann ein dauerhaft zu hoher Blutzucker (Hyperglykämie) infolge eines nicht oder unzureichend behandelten Diabetes zur Schädigung von Blutgefäßen und Organen führen. Häufig betroffen sind beispielsweise Augen, Nieren, Nerven und das Herz-Kreislauf-System.

Menschen mit Diabetes sind dabei dreimal so häufig von Augen- und Nierenerkrankungen und beinahe doppelt so oft von Herz- sowie Gefäßerkrankungen betroffen wie Menschen ohne Diabetes.

Folgeschäden von Diabetes können oft vermieden werden. Durch eine frühzeitige Diagnose, optimale Blutzuckereinstellung, regelmäßige Kontrollen und fachgerechte Behandlung kann das Risiko für Folgeschäden verringert werden.
 


Augen
 Die diabetesbedingte Folgeerkrankung am Auge wird als Retinopathie bezeichnet. Kleine Blutungen sowie Eiweißablagerungen in der Netzhaut oder Gefäß- und Bindegewebswucherungen sorgen dafür, dass die Sehkraft mit fortschreitender Krankheit nachlässt. Bleibt die Retinopathie unbehandelt, lässt die Sehkraft zunehmend nach.
 

Nerven
Die Beeinträchtigung der Nerven macht sich meistens zuerst durch Empfindungsstörungen an den Füßen bemerkbar. Dabei ist häufig das Temperatur- und Schmerzempfinden vermindert. Dies kann sogar soweit gehen, dass der Schmerz als Warnsignal nicht mehr wahrgenommen wird, was zur Folge hat, dass Verletzungen nicht mehr bemerkt werden. Oftmals sind auch die versorgenden Blutgefäße gestört, so dass Verletzungen schlechter verheilen. Man spricht bei diesem Erscheinungsbild auch vom „diabetischen Fuß“. Auch die Nerven des Verdauungssystems werden durch den Diabetes häufig geschädigt, was die Verdauungsfunktion von Magen und Darm beeinträchtigt und Blähungen, Verstopfungen, Durchfall und Magenentleerungsstörungen zur Folge hat.
 

Nieren
Diabetesbedingte Nierenerkrankungen können heutzutage frühzeitig durch den Nachweis von erhöhter Eiweißausscheidung (Mikroalbuminurie) im Urin erkannt werden. Wird diese rechtzeitig behandelt, kann sich diese Erkrankung auch wieder zurückbilden.
 

Herz-Kreislauf
Das Herz-Kreislauf-System wird durch eine Veränderung der großen Blutgefäße sowie mögliche Schädigungen des Nervensystems belastet. Somit steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
 

Sexualität
Durch die Schädigung der Nerven und Gefäße können sowohl die Erektionsfähigkeit beim Mann als auch die Erregbarkeit bei der Frau beeinträchtigt werden. Bei Frauen mit Diabetes treten zudem häufig Infektionen im Genitalbereich auf. Männer, die nicht rauchen, nur wenig Alkohol trinken und eine gute Blutzucker- und Blutdruckeinstellung haben, leiden seltener an Erektionsstörungen.
 

Quelle: Köster I. et al. Häufigkeit und Kosten der Komplikationen und Begleiterkrankungen des Diabetes – Ergebnisse der KoDim-Studie 2010. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung 2013: Poster 172