Adipositas behandeln

Die Basis einer dauerhaften Gewichtsabnahme sollte, nach Meinung von Experten, eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie sein. Darüber hinaus können bei fortschreitender Adipositas medikamentöse und chirurgische Therapien eine Rolle spielen.

Basistherapie – Gewicht durch lebensstilverändernde Maßnahmen verringern

Wichtig ist, die jeweiligen Maßnahmen mit dem Arzt zu besprechen und individuell anzupassen. Dabei geht es nicht nur darum, Gewicht abzunehmen, sondern vor allem auch, Begleiterkrankungen, Risiken, Erwartungen und Ressourcen des Patienten zu berücksichtigen. Fachverbände wie die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) empfehlen die multimodale konservative Therapie als Basisprogramm. Sie setzt sich aus drei Säulen zusammen.

Drei Säulen der Basistherapie

drei saeulen der basistherapie



Adjuvante medikamentöse Therapie – Zusätzliche Behandlungsform, wenn Basistherapie allein nicht erfolgreich ist

Wenn es Menschen mit Adipositas nicht gelingt, mit Basismaßnahmen alleine ausreichend Körpergewicht zu verlieren, kann eine medikamentöse Therapie ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität erwogen werden. Eine medikamentöse Therapie kann bei Patienten mit einem BMI ≥ 28 kg/m2 und zusätzlichen Risikofaktoren/ Begleiterkrankungen bzw. mit einem BMI ≥ 30 kg/m2 eingesetzt werden. In Deutschland sind zur langfristigen Behandlung von Adipositas aktuell die Medikamente Orlistat, Liraglutid 3 mg und Naltrexon/Bupropion zugelassen.

Gewichtsreduktion durch Operation

Eine Gewichtsreduktion durch eine Operation kann erwogen werden, wenn eine extreme Adipositas besteht und eine konservative Therapie über mindestens 6 Monate nicht zum Therapieziel geführt hat (> 10% Gewichtsreduktion bei BMI > 35 kg/m²). Adipositaschirurgische Eingriffe sollen von erfahrenen Chirurgen und Krankenhäusern mit Erfahrung in der Adipositaschirurgie durchgeführt werden. Es kommen primär zwei Methoden zum Einsatz: die Anlage eines Schlauchmagens oder ein Magenbypass. Chirurgische Maßnahmen zeigen gegenüber einer Basistherapie Vorteile hinsichtlich der langfristigen Gewichtsreduktion und eine Verbesserung von Begleit- und Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2. Jedoch ist eine bariatrische Chirurgie ein schwerwiegender Eingriff in den Körper, der mit Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden einhergehen kann. Bei Patienten nach bariatrischer Operation sollte eine lebenslange interdisziplinäre Nachsorge durchgeführt werden.