Unterzuckerung ist kein Tabuthema

Das sollten Menschen mit Typ 2 Diabetes über Hypoglykämien wissen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über das Thema Unterzuckerung? 55 % der Menschen mit Diabetes, die eine Insulintherapie erhalten, haben noch nie oder nur sehr selten mit ihrem Arzt über ihre Hypoglykämien (Unterzuckerungen) gesprochen.1 Dabei ist diese Komplikation sehr häufig. So erleben Patienten mit Typ 2 Diabetes, die mit Insulin behandelt werden, im Schnitt 23 leichte oder mittelschwere Hypoglykämien im Jahr.2

Doch wie erkenne ich eine Hypoglykämie und wie kann ich sie vermeiden?


Was kann ein Zuckertief auslösen?3

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Wie erkenne ich eine Unterzuckerung?

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Die Symptome einer Unterzuckerung können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Anzeichen zählen Schwäche (28,7 %), verminderte Konzentrationsfähigkeit (28,2 %), Schwitzen (21,8 %) und Hunger (21,1 %).4  


Darüber hinaus können Hypoglykämien die Stimmung, die Wahrnehmung und die Sehfähigkeit negativ beeinflussen.5,6 Besonders problematisch ist, dass Menschen mit Diabetes die Zuckertiefs häufig nicht bemerken. In einer Studie bei Patienten mit Typ 2 Diabetes wurden 83 % der Hypoglykämien, die von einem Gerät zur kontinuierlichen Glucose-Messung aufgezeichnet wurden, von den Betroffenen nicht bemerkt.7 Hinzu kommt, dass die Patienten die Anzahl der erlebten Unterzuckerungen im Nachhinein womöglich geringer einschätzen als sie tatsächlich sind.8

 


Was kann ich bei einer Unterzuckerung tun?

Bei einer nicht-schweren Hypoglykämie können Menschen mit Diabetes die Unterzuckerung selbst beheben, indem sie schnell wirksame Kohlenhydrate (etwa Traubenzucker oder Fruchtsaft) zu sich nehmen.
Bei schweren Hypoglykämien sind Menschen mit Diabetes auf Fremdhilfe angewiesen, etwa, weil sie zu desorientiert sind, um selbst Kohlenhydrate zu sich zu nehmen oder nicht mehr schlucken können. Im letzten Fall kann dem Patienten durch eine Glucagon-Injektion oder durch die intravenöse Gabe von Glucose (durch einen Arzt) geholfen werden. 9,10


Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt

Haben Sie in letzter Zeit eine Hypoglykämie erlebt – oder wissen es etwa gar nicht genau? So oder so: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Holen Sie gemeinsam das Thema aus der Tabuzone.

Die Beratung durch den Arzt ist ein wichtiger Schritt, um gemeinsam eine auf den individuellen Lebensrhythmus abgestimmte Diabetesbehandlung auszuwählen, die den Blutzucker senkt und das Risiko für Hypoglykämien möglichst niedrig halten kann. Helfen können dabei moderne lang wirksame Basalinsuline, die ein flaches, stabiles und gleichmäßiges Wirkprofil ohne ausgeprägte Wirkspitzen haben und eine geringere Rate an Hypoglykämien aufweisen. Sie können helfen, den Blutzucker effektiv zu kontrollieren und werden bei Bedarf individuell an den Tagesablauf angepasst eingesetzt.


Denn: Hypos können Ihre Lebensqualität und Gesundheit beeinträchtigen

Hypoglykämien können Ängste auslösen, soziale Aktivitäten und die Fahrtüchtigkeit einschränken. 5,6,11 Viele Menschen mit Diabetes berichten, nach einer Hypoglykämie müde und gereizt zu sein und sich ängstlich und nervös zu fühlen.12 Auch Angehörige, Arbeitskollegen und Freunde empfinden Hypoglykämien als sehr belastend. 61 % der Angehörigen von Menschen mit Diabetes sorgen sich vor Hypoglykämien.13

Bei Patienten mit Typ 2 Diabetes und Vorerkrankungen des Herzkreislaufsystems können Unterzuckerungen das Risiko für eine akute kardiovaskuläre Erkrankung, etwa einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt, um bis zu 79 % erhöhen.11 Darüber hinaus können Patienten mit Hypoglykämien verstärkt zu Sturz bedingten Knochenbrüchen neigen.14 Auch die geistige Gesundheit kann leiden. So können Unterzuckerungen das Gedächtnis und die Lernfähigkeit beeinträchtigen und Demenz und Depressionen begünstigen.15,16,17  

sprechen


1
Östenson CG, Geelboed-Duijvestijn P, Lahtela J et al Diebetic Medicine 2014; 31:92-101.
2 Edridge CL, Dunkley AJ, Bodicoat DH et al. PLoS ONE 2015; 10(6): e0126427. doi:10.1371/journal. pone.0126427.
3 Briscoe VJ et al. Clin Diabetes. 2006; 24:115–121.
4 Zammit N, et al. Diabetes Technology Therapeutics. 2011; 13(5)
5 Inkster B, Frier BM. Br J Diabetes Vasc Dis 2012; 12: 221-226
6 Inkster B, Frier BM. Diabets Obes Metab 2013; 15(9):775-783
7 Weber K, et al. Exp Clin Endocrinol Diabetes 2007;115:491–494
8 Kern W., et al. Exp. Clin Endocrinol Diabetes 2017; 125:592-597
9 S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes 2018, 2. Auflage, AWMF-Registernummer: 057-013 (zuletzt   aufgerufen am 29.7.2018)
10 Nationale Versorgungsleitlinie „Therapie des Typ-2-Diabetes (Kurzfassung), 1. Auflage, Version 4,   September 2013
11 Johnston SS et al. Diabetes Care 2011; 34:1164-1170
12 Geelhoed-Duijvestijn PH et al. J Med Econ 2013;16:1453-1461
13 Kovacs Burns K, et al. Diabet Med 2013; 30:778–88
14 Johnston SS et al. Diabetes Obes Metab 2012; 14(7):634-643 
15 Northam EA et al. Diabetes Care 2001;24:1541-1546 
16 Mattishent K, Loke YK. Diabetes Obes Metab 2016; 18:135-141 
17 Williams S et al. Diabetes research and clinical practice 2011;91:363-370  

Weitere Informationen zur Kampagne, Broschüren und einen Fragebogen zum Umgang mit Unterzuckerungen finden Sie unter 
www.unterzuckerung-vermeiden.de
 

Hypoglykämien erkennen und vermeiden

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