SGA steht für „small for gestational age“. Small for gestational age bedeutet, dass ein neugeborenes Kind für die jeweilige Schwangerschaftswoche zu klein oder zu leicht ist. Zu klein oder zu leicht wird anhand bekannter Referenzwerte für die jeweilige Schwangerschaftsdauer, nach der das Kind geboren wurde, definiert.

SGA ist zunächst eine Beschreibung und keine definierte Erkrankung, da der Grund dafür, dass Ihr Kind kleiner bzw. leichter als andere gleichaltrige Kinder ist, sehr unterschiedlich sein kann. Es zeigt erstmal nur, dass ein verändertes Wachstumsmuster vorliegt. In ca. 1/3 der Fälle lässt sich keine klare Ursache für die reduzierten Körpermaße finden.

Die Ursachen, warum ein Kind zu klein auf die Welt kommt, können sehr vielfältig sein und reichen von vererbbaren Störungen über unzureichende Bedingungen in der Gebärmutter bis hin zu äußeren Einflüssen. Die immer noch häufigste Ursache für eine SGA-Geburt liegt im Alkohol- und Nikotinkonsum während der Schwangerschaft. Ferner können z.B. folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • chronische Nierenerkrankungen
  • Zuckerkrankheit der Mutter
  • angeborene Fehlbildungen oder Stoffwechselstörungen des Ungeborenen
  • Körperhöhe der Eltern

Je nach Ursache und Schwangerschaftsalter kann dies zu einer intrauterinen (in der Gebärmutter stattfindenden) Wachstumsverzögerung (intrauterine Wachstumsretardierung, IUGR) führen. Die Entwicklungsprognose eines Kindes mit einer intrauterinen Wachstumsretardierung ist abhängig von der jeweiligen Ursache. Infektionen während der Schwangerschaft können beispielsweise zu einem erhöhten Risiko für bestimmte Entwicklungsstörungen im Säuglings- und Kindesalter führen. Kinder, die mit einer intrauterinen Wachstumsretadierung geboren werden, können sich genauso gut entwickeln wie Kinder, deren Geburtslänge im Normbereich liegt.

Die meisten SGA-Kinder entwickeln sich nach der Geburt völlig normal. Dies bedeutet, sie haben das Wachstumsdefizit bis zum vierten Lebensjahr aufgeholt und sind dann normal groß. Etwa zehn Prozent der Kinder holen jedoch ihren Wachstumsrückstand nicht vollständig auf und bleiben auch noch nach Jahren zu klein für ihr Alter. Man spricht dann von einem fehlenden Aufholwachstum. Wenn Eltern dann den Kinderarzt aufsuchen und ihre Bedenken bezüglich der Körperhöhe ihres Kindes äußern, sollten diese ernst genommen werden.

Studien belegen, dass das Aufholwachstum in den meisten Fällen nach dem zweiten, spätestens aber bis zum vierten Lebensjahr abgeschlossen ist. Danach ist die Prognose für ein Aufholen der Körperhöhe schlechter. Um einen Kleinwuchs im Erwachsenenalter und weitere Spätfolgen für das Kind zu verhindern, sollte eine umfassende Diagnostik des Kleinwuchses eingeleitet werden und eine Überweisung zum Spezialisten für Hormonstörungen (Kinder-Endokrinologe) ausgestellt werden.

Teilweise entwickeln SGA-Kinder ein oder mehrere der unten aufgeführten äußerlichen Merkmale:

  • dreieckige Gesichtsform
  • vergleichsweise großer Kopfumfang
  • vorstehende Stirn
  • geringes Körpergewicht
  • dünne Gliedmaßen

Bei SGA-Kindern liegt in den meisten Fällen kein Mangel an Wachstumshormon vor. Deshalb fallen im Allgemeinen die Stimulationstests, wie sie normalerweise beim Wachstumshormonmangel vorgeschrieben sind, weg. Die Diagnose „Kleinwuchs infolge von SGA“ wird anhand der Messung von Körperhöhe und der Berechnung der Wachstumsgeschwindigkeit gestellt. Hinzu kommen die Körperhöhe der Eltern, das Alter des Kindes und die entsprechenden Daten zur Geburtslänge und dem Geburtsgewicht. Letztere werden in der Klinik erhoben, wo das Kind geboren wurde, und werden im „gelben Untersuchungsheft“ niedergeschrieben. Kinderärzt:innen kennen diese diagnostischen Kriterien und können die entsprechenden Berechnungen durchführen.

Anhand aller Messwerte und der SGA-Diagnose wird im Rahmen einer kinderärztlichen Beratung über eine Therapie mit Wachstumshormon entschieden. Je früher eine Behandlung einsetzt und je größer der Unterschied zur Zielgröße des Kindes ist, umso größer ist der zu erwartende Erfolg dieser Therapie.

Die Therapiedauer hängt vom Schluss der Wachstumsfugen der Knochen ab.

Bei manchen Kindern verbessert sich das Wachstum trotz einer Wachstumshormontherapie nicht. In diesem Fall wird eventuell entschieden, die Behandlung zu unterbrechen.

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