Bei schweren Hämophilie-Erkrankungen kommt es schon bei leichten Verletzungen zu langanhaltenden Blutungen. Außerdem kann es auch ohne sichtbare Wunden zu Blutungen kommen (sogenannte Spontanblutungen). Die Blutungen können in den Gelenken, im Gehirn oder den inneren Organen zu schweren Komplikationen führen. Das wiederum kann chronische Schmerzen und eine eingeschränkte Mobilität zur Folge haben.
Hämophilie-Medikamente in Form von Faktorprodukten werden intravenös injiziert. Dabei wird die Injektion entweder zum Zeitpunkt der Blutung verabreicht (On-Demand-Behandlung) oder prophylaktisch gegeben, um Blutungen generell vorzubeugen.
In den letzten Jahren konnte in diesem Bereich ein echter Quantensprung in der Entwicklung vollzogen werden. Haben wir seit Mitte der Achziger Jahre vorwiegend mit plasmatischen, später mit rekombinant hergestellten Faktoren die Menschen behandelt, so sind es seit einigen Jahren mehr und mehr sogenannte Nicht-Faktoren Produkte, die anstatt intravenös nun auch subkutan appliziert werden. Je nach Blutungstyp und Schwere der Erkrankung wird die Therapie zum Zeitpunkt der Blutung (on demand) oder prophylaktisch verabreicht, um Blutungen zu verhindern.